LUNA - Bericht

Ferienprojekt für Teenies

Das Spiel im Spiel

 

Außer Atem kommen die Mädchen und Jungen aus der Bewegungspause zurück in die PC – G@lerie des LUNAs. Mit einer Apfelspalte in der Hand werden die letzten Absprachen und Vorbereitungen getroffen. Denn gleich stehen die Premieren der selbstgestalteten Minispiele in Minecraft bevor. Die Aufregung und Anspannung steigt: wurde alles bedacht und richtig eingerichtet? Verstehen die Mitspieler*Innen die Spielregeln? Und natürlich: wer gewinnt das Spiel?


„Craft your Game“ (zu deutsch: „Baue dein eigenes Spiel“) ist das Motto eines medienpädagogischen Projekts in den kurzen Pfingstferien an drei Stunden am Nachmittag im Kinder- und Jugendzentrum LUNA. 10 Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 13 Jahren entwickeln in Kleingruppen virtuelle Minispiele nach ihren Vorstellungen – häufig angelehnt an schon bestehende Spiele wie z.B. „Bedwars“ (um zu gewinnen, muss man die Betten der gegnerischen Teams zerstören). Aber auch „Jump & Run“ („Springen und Laufen“) – Spiele sind beliebt und fordern absolute Geschicklichkeit im Umgang mit der Tastatur und der Maus. Begleitet und unterstützt werden die Teilnehmer*Innen aus dem LUNA – Team von der erfahrenen Medienpädagogin Katrin Schmidt und dem Sozialpädagogen Björn Sürie. Gespielt wird mit MinecraftEDU, einer besonderen Form des Spiels Minecraft, denn EDU steht für Education („Bildung“). Soziale und spielinterne Regeln müssen vereinbart werden. Dies verlangt von allen Beteiligten, sich selbst einzubringen und sich freiwillig daranzuhalten.


In der ersten Testrunde erfahren die Entwicklerteams schnell, das ein Minispiel komplexer und schwieriger zu gestalten ist. „Spiele entwickeln ist nicht leicht“ kommentiert Erick. Fehler werden nicht anonym, sondern real erfahrbar, also quer durch den Raum, entdeckt und mitgeteilt. Und vor allen Dingen werden sie ausgenutzt. Im gemeinsamen anschließenden Gespräch wird kritisiert, das so schonungslos auf Fehlern herumgehackt wird als hätte ein professionelles Entwicklungsteam dieses Minispiel entwickelt. Statt Frustration herrscht bei den Entwicklerteams der Wille vor, ihre Spiele nochmal zu überarbeiten und zu verbessern. Gemeinsam wird beschlossen, den letzten Tag dazu zu nutzen. Marie bemerkt nüchtern, dass sie nun aus Fehlern lernen müsse. Da sind die jungen Teilnehmer*Innen dann doch schon wie Profis.


„Die Woche ist ein voller Erfolg“, so Katrin Schmidt, „denn aus dem vermeintlichen reinen Zocken wurde ein konzentriertes Arbeiten.“ Es sei beeindruckend zu sehen, wie die jungen Menschen sich gegenseitig mit Wissen, Rat und Tipps unterstützen. Darüber hinaus werden im Spiel MinecraftEDU die ersten Schritte im Programmieren ausprobiert. Eine „Schildkröte“ macht genau das, was ihr an Befehlen mitgegeben wird. Eine wunderbare Herausforderung für wissbegierige Teenies, die endlich in ihrem Element sein dürfen und trotzdem etwas Kreatives entwickeln. Oder wie Christof anmerkt: „Eine gute Woche!“